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Gedichte: Gustens Brief an die im Bade weilende Herrschaft
Geschrieben am Wednesday, 26.March. @ 00:00:00 CET von Onkel Uwe |
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bolle schreibt "An die Herrschaft schreib' ich jetzt! -
Sprach's und hab' mir hingesetzt;
Doch im Tintenfasse finde
Ich nur eine trockne Rinde;
Diese weich' ich im Verlauf
Längrer Zeit mit Wasser auf.
Wie ich endlich bin bereit,
Fehlt auf einmal mir die Zeit,
Weil mein Robert, vor mir stehend,
Fort mir reißt, spazierend gehend.
In der Nacht nach Haus gekommen,
Hab' ich gleich mir vorgenommen:
Heute schreib' ich oder nie!
Denn was tät' ich nicht für Sie.
Ruh'gen Herzens fang' ich an;
Wohl mir, dass ich melden kann:
Alles ist hier gut gegangen,
Seit die Ferien angefangen.
Da ich einsam hier geblieben,
Hab' ich mir die Zeit vertrieben
Mit Geduld und mit Humor -
Ü b r i g e n s f i e l h i e r n i c h t s v o r.
In den ganzen sieben Wochen
Ist nur einmal eingebrochen,
Mitten in der tiefen Nacht -
Ich zum Glück bin nicht erwacht;
Totgeängstigt hätt' ich mir
Bei das Rasseln an die Tür.
Aber, wie gesagt, ich schlief,
Währenddem die Tat verlief.
Andern Morgens erst inzwischen,
Als ich kam um Staub zu wischen,
Ahnt' ich etwas, wie ich fand,
Daß es allens offen stand.
Welch ein Anblick - man bedenke! - -
Als Kommoden ich und Schränke
Sah gewaltsam aufgerissen.
Was da fehlt - wer kann es wissen?
Denn wo ist ein Inventar
Über das, was früher war?
Daß mir selbst nichts fortgekommen,
hab' sogleich ich wahrgenommen,
Und vergnügten Angesichts
Meld' ich: S o n s t p a s s i e r t e n i c h t s.
Einmal gab es einen Brand,
Der auf diese Art entstand:
Robert Schultze, mein Gefreite -
Auf der Welt ist nicht ein zweiter,
Dieses muß vorher man wissen -
Ist des Rauchens sehr beflissen.
Neulich also raucht er auch,
Plötzlich steht er ganz in Rauch,
Weil er, wie sofort sich findet,
Die Gardinen angezündet,
Als im Eifer seiner Reden
Er ein Schwefelholz aus Schweden -
Wie ich nicht verschweigen darf -
Mit Entrüstung von sich warf.
Flammen zucken, Funken sprühn -
I c h in größter Angst um i h n,
E r in größter Angst um m i r,
Beide rennen nach der Tür.
Kaum, dass wir dem Qualm entronnen
Und zu trösten uns begonnnen,
Horch, da saust auch schon einher -
Klinglingling! - die Feuerwehr.
Diese löscht mit kund'ger Hand
Alles, was in Flammen stand.
Zwar verbrannt ist mancherlei,
Doch gerettet sind wir zwei,
Und kein Leben zu beklagen.
Wohl mir, dass ich dieses sagen
Kann, befriedigt und gerührt:
Ü b r i g e n s i s t n i c h t s p a s s i e r t.
Einmal schlug der Blitz ins Haus,
Ich, zum größten Glück, war aus.
Grad' an einem Donnerstag
Fuhr hinein ein kalter Schlag.
Was die Diebe nicht genommen,
Was in Flammen nicht verglommen,
Ist dadurch total zertrümmert,
Wie ich wahrnahm tiefbekümmert.
Wär' ich selbst zu Haus gewesen,
Könnten dieses Sie nicht lesen,
Denn ich selbst wär' auch entzwei,
So war doch ein Glück dabei
Bei den Unglücksfällen allen.
Sonst ist hier nichts vorgefallen.
R o b e r t gut und Wetter schön -
Nun Adieu! Auf Wiedersehn!
Johannes Trojan
Notiz: Liebe Grüße allen treuen Dienstmädels..."
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